ChronikKeine automatische Gruppensuche in Forever — und das ist eine Grundsatzentscheidung
Keine automatische Gruppensuche in Forever — und das ist eine Grundsatzentscheidung
14.09.2026World of Warcraft: Forever bekommt keinen Dungeon-Browser — das Werkzeug, das automatisch eine Gruppe zusammenstellt und alle ins Verlies teleportiert. Ana Resendes vom Classic-Team erklärte, warum das keine Sturheit, sondern eine bewusste Entscheidung ist.
World of Warcraft: Forever wird keine automatische Gruppensuche bieten — also kein Werkzeug, das fünf Fremde zusammenstellt und direkt ins Verlies teleportiert. Ana Resendes, leitende Ingenieurin des Classic-Teams, brachte es so auf den Punkt: der Vorgang, Mitstreiter zu finden, ist Teil des Spiels, und genau das wollte Blizzard zurückbringen.
Was nicht kommt, und was kommt
Hier ist es wichtig, drei verschiedene Dinge nicht zu vermischen.
- Dungeon-Browser — das automatische Matchmaking aus dem modernen World of Warcraft: Knopf drücken, das System zieht einen Tank, einen Heiler und drei DPS-Spieler von beliebigen Realms und setzt alle drinnen ab. Forever wird das nicht haben.
- LFG-Werkzeug — eine Pinnwand, auf der Spieler selbst eintragen, wen sie suchen, und selbst entscheiden, wen sie mitnehmen. Dieses Werkzeug wurde 2021 in Classic eingeführt; es ist kein Auto-Matchmaking, sondern ein Suchwerkzeug. Im Interview bestätigten die Designer: die Treffsteine vor den Verlies-Eingängen bleiben, können aber niemanden herbeirufen — der Stein öffnet das LFG-Werkzeug mit seiner Liste an Einträgen.
- LFG-Chat — der gewöhnliche Kanal im Spiel, in dem Leute schreiben „suche 2 für Zul'Farrak, brauche Heiler". Der bleibt.
Nur der erste Punkt ist vom Tisch. Die Frage zum LFG-Werkzeug wurde im Designer-Interview am 17. September geklärt.
Warum das keine Sturheit ist
Blizzards Argument ist konkret: automatisches Matchmaking nimmt die Reibung der Suche weg — und damit auch den Grund, sich zu unterhalten. Eine Gruppe aus fünf zufälligen Fremden für vierzig Minuten verbindet danach nichts mehr: keine Bekanntschaften, kein Ruf, kein Grund, sich zu benehmen.
Dasselbe Prinzip zeigt sich in anderen Entscheidungen von Forever. Aus Servern wurden Regelsätze, aber die Gemeinschaft im Regelsatz ist geblieben. Charaktere haben Nachnamen bekommen — weil ein Name etwas bedeuten soll. Es gibt weder eine Spielwährung als Token noch Boosts: man kauft keinen bezahlten Weg an der gemeinsamen Spiel vorbei.
Die Kehrseite
Seien wir ehrlich über den Preis der Entscheidung. Ohne Auto-Matchmaking trifft es vor allem jene, die zu ungünstigen Zeiten spielen, in einem kleinen Regelsatz oder auf einer unbeliebten Rolle. Um drei Uhr morgens fünf Leute zusammenzubekommen, ist ein Problem, das Enthusiasmus allein nicht löst.
Was das abmildern kann, ist die Größe des Pools. Je mehr Leute im Regelsatz sind, desto kleiner der Unterschied zwischen „in fünf Minuten eine Gruppe gefunden" und „überhaupt niemanden gefunden". Genau deshalb liest sich der Wechsel von getrennten Servern zu einem gemeinsamen Pool und die klassenübergreifenden Fraktionen als zusammenhängende Entscheidungen: je breiter der Pool, desto seltener läuft die manuelle Suche in eine Sackgasse.
Was das für dich bedeutet
Wenn du bereits eine feste Gruppe oder eine Gilde hast — nichts ändert sich: macht weiterhin Verliese wie immer. Wenn du es gewohnt bist, einen Knopf zu drücken und zu warten — du wirst dich wieder unterhalten müssen: im Chat schreiben, Einträge lesen, manchmal warten. Beim Start am 4. November 2026 wird es am deutlichsten zu spüren sein, weil es viele Spieler gibt, die sich noch nicht in Gruppen sortiert haben.
Wie weh es ohne Auto-Matchmaking wirklich tut, wird sich erst auf den Liveservern zeigen. Die Beta vom 17. September wird über die Spielerdichte nichts verraten.